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und sicherTeure Programme und Internet-Schädlinge bringen Windows-Kunden immer wieder ins Schwitzen. Linux-Kunden bleiben da ganz cool: Das Betriebssystem mit dem Pinguin-Maskottchen kostet nichts, leistet aber viel. Windows nervt. Ständig funkt das Betriebsprogramm ins Internet, etwa um die eigene Lizenz zu überprüfen. Täglich tauchen Hunderte neuer Windows-Schädlinge auf, die Sicherheitslücken im Betriebsprogramm ausnutzen. Außerdem ist Windows teuer. Sie wollen ein kostenloses Betriebsprogramm, das zudem besser vor Internetangriffen schützt? Die Alternative heißt „Linux“. Virenflut, Lizenzgebühren, Seriennummern, Zwangsregistrierung und -aktivierung: All das gibt’s bei Linux nicht.
Was ist Linux?
Linux ist – genau wie Windows – ein Betriebssystem. Das braucht jeder Computer, um arbeiten zu können. Während aber Windows-Kunden viele Programme nachkaufen oder aus dem Internet herunterladen müssen, gehören bei Linux die wichtigsten zum Lieferumfang. Linux-Versionen gibt es in mehreren sogenannten Distributionen, die sich in Funktionsumfang, Bedienoberfläche und Programmen unterscheiden. Zu einer Distribution gehören neben dem Betriebssystem auch zahlreiche nützliche Programme, die in einer Paketverwaltung zusammengefasst sind. Beispielsweise Büro-, Brenn- und Bildbearbeitungs-Software sowie Spiele.
Warum ist Linux kostenlos?
Windows stammt von Microsoft, die Firma von Bill Gates will mit dem Verkauf Geld verdienen. Linux haben dagegen Programmierer aus der ganzen Welt entwickelt, die das Betriebssystem in ihrer Freizeit verbessern. Linux darf aber auch verkauft werden, etwa zusammen mit einer Bedienungsanleitung und technischer Hilfe (Hotline). Für solche Serviceleistungen zahlen Linux-Kunden. Aus den Einnahmen werden auch Linux-Programmierer bezahlt.
Wie unterscheiden sich Linux und Windows noch?
Wie Windows aussieht und was es kann, entscheidet allein Microsoft. Bei Linux wird darüber in Foren diskutiert, die Benutzer entscheiden selbst. Und: Wie Windows genau funktioniert und programmiert ist, hält Microsoft weitestgehend geheim. Die Linux-Fan-Gemeinde erlaubt dagegen jedem, das Betriebsprogramm umzuprogrammieren und zu verbessern. Änderungen werden dabei von anderen Programmierern vor der Freigabe geprüft. Das führt manchmal zu Verzögerungen bei der Weiterentwicklung.
Wo wird Linux verwendet?
Als Linux-Erfinder Linus Torvalds Anfang der Neunzigerjahre die Urversion des Betriebssystems veröffentlichte, beschäftigten sich nur Computerexperten mit der Entwicklung. Später nutzten öffentliche Einrichtungen wie Universitäten Linux auf ihren Computern, denn es war kostenlos und lief stabiler als die Windows-Versionen jener Zeit. Die Bedienung war aber noch sehr kompliziert. In den vergangenen Jahren wurden Installation und Bedienung stark vereinfacht, sodass nun fast jeder zurechtkommt. Viele Behörden, etwa die Stadtverwaltung München, und sogar Staaten wie Brasilien steigen von Windows auf Linux um, um Geld zu sparen. Auch zahlreiche Unternehmen lassen Linux auf Ihren Servern laufen, um Internetdienste anzubieten, etwa einen Shop oder die E-Mail-Postfächer der Mitarbeiter. In Kleingeräten arbeitet häufig ein abgespecktes Mini-Linux; zum Beispiel in einigen Handys und in fast allen Routern, etwa in der „Fritz Box“ von AVM.
Woher bekomme ich Linux?
Es gibt drei Möglichkeiten, an Linux heranzukommen:
- Sie laden eine Linux-Version aus dem Internet herunter. Die brennen Sie dann mit einer Software wie Nero auf CD oder DVD. Von der Scheibe können Sie dann Linux installieren.
- Wer keinen schnellen Internetanschluss hat, kann Linux auch bei Fachhändlern oder in Internet-Shops wie Amazon kaufen.
- PC-Hersteller wie Fujitsu-Siemens, HP, Lenovo/IBM und Dell bieten neue Computer mit vorinstalliertem Linux an. Dabei spart man gegenüber einem PC mit Windows Vista Home Premium rund 80 Euro.
Läuft Linux auf jedem PC?
Auf fast jedem. Gerade alte PCs, auf denen weder Vista noch XP zufriedenstellend funktionieren, lassen sich in der Regel gut mit Linux nutzen. Zum Beispiel als Internetcomputer mit Büroprogrammen. Fast alle aktuellen PCs und tragbaren Computer kommen ebenfalls mit Linux zurecht. Manchmal treten Probleme mit ganz neuer Hardware auf, beispielsweise modernen 3D-Grafikkarten, wenn es dafür noch keine Treiber auf der Linux-CD/-DVD gibt.
Kann ich mit Linux meinen Drucker und anderes Zubehör nutzen?
Die meisten Geräte wie Drucker und Scanner funktionieren. Voraussetzung ist ein Linux-Treiber für das jeweilige Gerät. Windows-Treiber funktionieren mit Linux nicht. Bietet ein Hersteller keine Linux-Treiber an, helfen oft engagierte Linux-Nutzer aus, die vorhandene Treiber anpassen oder gleich eigene programmieren und zum Download anbieten. Als Faustregel gilt: Je populärer ein Gerät ist, desto eher lässt es sich mit Linux nutzen. Allerdings bietet nicht jeder Linux-Treiber alle von Windows bekannten Funktionen.
Funktionieren Windows-Programme unter Linux?
Nein. Windows-Programme funktionieren nicht mit Linux und umgekehrt. Beide Betriebssysteme sind grundverschieden programmiert und sprechen Ihre eigene Sprache. Allerdings gibt es spezielle Linux-Hilfsprogramme wie „Wine“ und „CrossOver“. Damit lässt sich Windows-Software in einem Fenster in Linux starten und nutzen. Die Spezialprogramme übersetzen Windows-Befehle so, dass Linux sie ausführen kann. Viele Programme laufen auf diese Weise reibungslos, wenn auch etwas langsamer als auf einem Windows-PC. Es gibt aber auch Software, die nicht oder fehlerhaft funktioniert. Und mit aufwendigen 3D-Spielen kommt Linux gar nicht klar.
Kann ich Windows-Dateien mit Linux bearbeiten?
Ja. Alle gängigen Dateiformate lassen sich sowohl mit Windows als auch mit Linux nutzen. Word- und Excel-Dateien können Sie mit beiden Betriebssystemen bearbeiten, zum Beispiel mit dem kostenlosen Programm OpenOffice. Diese Software läuft nicht nur unter Linux, sondern auch unter Windows.
Spielt Linux auch Musik- und Videodateien ab?
Ja, Sie können alle gängigen Video-und Musikdateien mit Linux abspielen. Allerdings werden einige Erweiterungen (Codecs), die zum Abspielen bestimmter Formate nötig sind, nicht automatisch installiert. Diese Erweiterungen lassen sich aber – genau wie bei Windows – aus dem Internet nachträglich einrichten.
Welche Programme gibt es für Linux?
Zigtausende. Ein Beispiel: Die verbreitete Linux-Distribution „Debian“ besteht aus rund 18.000 Programmen und Funktionserweiterungen, die sich alle kostenlos und mit wenigen Klicks installieren lassen. Es gibt sogar Windows-Programme als Linux-Version. Microsoft-Software gehört nicht dazu. Stattdessen gibt’s mit Firefox, Thunderbird und dem OpenOffice-Paket leistungsfähige und kostenlose Alternativen zu Internet Explorer, Outlook und MS Office.
Beispiele für Linux-Versionen aus bekannten Software-Häusern sind der PDF-Betrachter „Adobe Acrobat Reader“, die Brenn-Software „Nero“, das Plauderprogramm „Skype“, der 3D-Atlas „Google Earth“ und die Fotoverwaltung „Google Picasa“. Sogar einige Spiele wie den Flugsimulator „X-Plane“ oder das Zugangsprogramm für die 3D-Welt „Second Life“ gibt es bereits für Linux.
Kann man Linux und Windows gleichzeitig nutzen?
Ja, es gibt drei Möglichkeiten:
- Sie wollen die volle PC-Leistung sowohl für Windows als auch unter Linux? Dann müssen Sie die Betriebssysteme auf voneinander getrennten Partitionen Ihrer Festplatte installieren. Nachteil: Der Nutzer kann nicht beide Betriebsprogramme gleichzeitig verwenden. Stattdessen wählt er beim Computerstart, ob er mit Linux oder Windows arbeiten möchte. Wenn Sie sich für diese Variante entscheiden, sollten Sie zunächst Windows und danach Linux auf Ihrem PC einrichten. Denn Windows „übersieht“ eine vorhandene Linux-Installation gern.
- Virtuelle Computer lassen sich mit Software wie “VirtualBox” oder “VMware” einrichten und nutzen. Diese Programme bilden einen kompletten PC im PC nach. Auf diesem virtuellen Computer installieren Sie Linux. Auf dem „echten“ PC läuft Windows auf dem virtuellen Linux. Das Ganze funktioniert auch umgekehrt. Vorteil: Mit einem virtuellen Windows-PC lässt sich viel mehr Software nutzen als mit Linux-Hilfsprogrammen wie „Wine“ oder „CrossOver“. Allerdings greifen der echte und der virtuelle Computer gleichzeitig auf die gesamte Hardware zu. Das bedeutet: Die beiden PCs teilen sich unter anderem den verfügbaren Arbeitsspeicher und die Prozessorleistung.
- Dritte Möglichkeit: Mit der kostenlosen Software „Wubi“ lässt sich ein komplettes „Ubuntu“-Linux (ab Version 7.04) in einem Ordner auf der Windows-Partition installieren. Sie brauchen also keine zusätzliche Partition für Linux. Außerdem bekommen Sie Linux mit wenigen Mausklicks und ohne Rückstände wieder von der Festplatte. Solch ein Wubi-Linux lässt sich beim Computerstart auswählen. Im Alltag arbeitet es fast so schnell wie ein Linux, das in einer separaten Partition installiert wurde. Und Windows startet wie gewohnt.
Wer nur mal kurz bei Linux reinschnuppern will, kann das Betriebssystem „live“ testen. Dazu wird es direkt von CD oder DVD gestartet. Nachteil: Es werden keine Einstellungen auf der Festplatte gespeichert. Nach einem Neustart ist alles weg.
Ist Linux sicherer als Windows?
Linux hat einen großen Vorteil: Es gibt kaum Schädlinge, die das Betriebssystem attackieren. Viren, Würmer, Trojaner und Spionage-Programme sind fast ausnahmslos für Windows programmiert. Sie funktionieren unter Linux schlicht und einfach nicht. Eine Firewall sollte unter Linux trotzdem installiert sein. Die überwacht den Datenfluss zwischen dem Internet und Ihrem PC und filtert unerwünschte Dateien heraus. Damit ist Ihr PC gut vor Datenspionage und Angriffen geschützt.
Weiterer Pluspunkt gegenüber Windows: Programmfehler und Sicherheitslücken in Linux werden meist schnell entdeckt und behoben. Der Grund: Nicht nur der ursprüngliche Entwickler (bei Windows ist das Microsoft), sondern jeder Programmierer kann Schwachpunkte beseitigen.
